Zur Zensur von Indymedia linksunten

Vortrag 08.05.2018 19.00 Uhr AJZ Bielefeld
Im August 2017 wurde Indymedia linksunten vom Bundesinnenministerium verboten. Um das Presserecht auszuhebeln, nutzte das Innenministerium das Vereinsrecht. Kurzerhand erklärten sie einige ihnen bekannte Freiburger Autonome zu Mitgliedern eines Vereins „Indymedia linksunten” und das Autonome Zentrum KTS Freiburg zum „Vereinsheim“. Das bei den Durchsuchungen aufgefundene Geld wurde als „Vereinsvermögen“ deklariert und beschlagnahmt. Einschließlich der beschlagnahmten Technik beläuft sich der materielle Schaden auf etwa 80.000 Euro. Eigentlich müsste anhand des Beispiels Indymedia linksunten über die Bedeutung linksradikaler Medien diskutiert werden. Über gezielte Verfassungsschutzhetze im Vorfeld des Verbots und über den Fallout des G20-Gipfels in Hamburg. Über den Aufstieg der rechtsradikalen AfD und einen deutschen Wahlkampf im Herbst 2017. Stattdessen wird der Fall als Folge eines Verwaltungsakts des Bundesinnenministeriums vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. Wir berichten von den Razzien und vom juristischen Vorgehen gegen Verbot und Zensur. Von der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiesten, von Denunziation und Verrat. Außerdem werfen wir einen historischen Blick auf die Repression gegen die Zeitschrift radikal, denn Indymedia ist nicht das erste Beispiel von Zensur gegen linksradikale Medien in der jüngeren Vergangenheit. Und wir wollen mit einem Rückblick auf das Projekt linksunten über Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen linksradikaler Medienarbeit diskutieren.

(mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld + EA Bielefeld)

Vera Dehle-Thälmann – Eine besondere Familiengeschichte

Vortrag 09.03.2018 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Vera Dehle-Thälmann, seit 2010 Sprecherin der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis, erzählt von ihrer Familiengeschichte. Die Thälmanns wurden aus politischen Gründen verfolgt; 4 nahe Angehörige waren inhaftiert: die Großmutter Rosa Thälmann und ihre Mutter u.a. im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, der Vater im Zuchthaus Brandenburg. Der Großvater Ernst Thälmann/Vorsitzender der KPD, wurde im KZ Buchenwald ermordet. Vera Dehle-Thälmann wird über ihren Umgang mit diesem politischen Erbe ihrer Familie sprechen und schildern welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat.

[mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld]

akzent_in empfiehlt: zwei Veranstaltungen zu Fatshaming

Wir kooperieren mit dem Referat für Feministische Politik der FH Bielefeld und möchten zwei Veranstaltungen wärmstens empfehlen:

Fett fetzt! – Einführung zu Fat-Shaming und wie wir damit umgehen können
Vortrag am 18.01.2018
19:00 – 21:00 Uhr in der Bürger*innenwache Siegfriedplatz

Fat-Shaming – also die Diskriminierung von dicken_fetten Menschen – ist sehr weit verbreitet. Dicke_fette Menschen sind vielen Vorurteilen ausgesetzt und sie werden auf Grund ihres Körpers stigmatisiert. Egal ob im Schwimmbad, in der Uni/FH oder in der Familie. Meist bekommen sie zu spüren, dass sie „falsch“ sind und sich und ihren Körper verändern sollen.

Maite möchte in ihrem Vortrag die Diskriminierungsform Fat-Shaming beleuchten und aufzeigen wie sie begründet wird. Ihren Schwerpunkt legt sie dabei auf das Erleben von dicken_fetten Frauen*1. Zudem stellt sie die Frage nach einem möglichen Umgang für Betroffene, aber auch für Menschen, die solidarisch unterstützen möchten. Maite positioniert sich selbst als dick*fett, weiß und als Frau*. Sie ist politisch in feministischen, antirassistischen und queeren Bereichen aktiv.

Der Vortrag findet im Saal im Erdgeschoss der Bürger*innenwache statt.
Fragen, Rückmeldungen, Kritik an: fempo@fh-asta.de

1Unter Frauen* sind alle Personen gemeint, die sich als Frau* definieren.

Fette Zeiten – Empowerment-Workshop für dicke*fette Frauen*
Workshop am Samstag 20.01.2018
11:00 – 16:00 Uhr in der Fachhochschule Bielefeld, Raum A235

Schönheitsvorstellungen und den Druck/Zwang diese einzuhalten kennen wohl die meisten Menschen. Für Frauen* ist dieser Druck meist größer, da das Bild von Weiblichkeit* eng an körperliche Attraktivitätsvorstellungen geknüpft ist. Wenn Frauen* dann noch dick bzw. fett sind, erfahren sie häufig Fat-Shaming, also Diskriminierung auf Grund ihres Gewichts.

Im Workshop wird gemeinsam überlegt, wie mit solchen Diskriminierungen umgegangen werden kann und Handlungsperspektiven werden entwickelt. Die Referentin möchte dabei den Blick auf den eigenen Körper und dessen Akzeptanz fokussieren.

Teilnehmen können bis zu 10 Personen, Anmeldung unter fempo@fh-asta.de. Eine Kinderbetreuung wird angeboten, melde einfach in Deiner Mail an, wenn Du eine brauchst.Es wäre toll, wenn Du einen veganen oder vegetarischen Snack für unser Mittagsbuffet mitbringen könntest. Die Referentin: Maite positioniert sich selbst als dick*fett, weiß und als Frau*. Sie ist politisch in feministischen, antirassistischen und queeren Bereichen aktiv.

*Die Rote Zora – Eine Spurensuche*

Ein Vortrag von Katharina Karcher

20.12.2017 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Die „Rote Zora“ wurde Mitte der 1970er Jahre von ein paar Aktivistinnen aus der radikalen Linken und der Frauenbewegung gegründet, die mit militanten Mitteln gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen kämpfen wollten. Viele Menschen, die in den 1970er und 1980er Jahren politisch aktiv waren, erinnern sich noch an die Gruppe und an einige ihrer Aktionen. Viele jüngere Aktivist*innen dagegen haben noch nie von der „Roten Zora“ gehört.

In ihrem Vortrag gibt Katharina, die seit einigen Jahren zur Geschichte des militanten Feminismus forscht, einen kurzen Überblick über die Geschichte, die Organisation und die Positionen der „Roten Zora“ und veranschaulicht an Beispielen, wie kontrovers die Aktionen der Gruppe in der Frauenbewegung in den 1970er und 1980er Jahren diskutiert wurden. Anders als in England, wo beispielsweise die militanten Aktionen der Suffragetten als Teil der vielfältigen Geschichte der Frauenbewegung betrachtet werden, ist die „Rote Zora“ in der Literatur über die deutsche Frauenbewegung bisher kaum mehr als eine Fuβnote.

Katharina Karchers Buch „Sisters in Arms? Militant Feminisms in federal Republic of Germany since 1968″ analysiert die Rolle von konfrontativen und militanten Protestaktionen in der Neuen Frauenbewegung.
[mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld]

Zur aktuellen politischen Situation in der Türkei Info- und Diskussionsveranstaltung | / Türkiye‘de mevcut durum ve gelişmeler hakkında açık oturum ve tartışma toplantısı Gökcan Aydoğan ve Birtan Eren Tonbul / About the current situation in Turkey – Lecture and discussion meeting with Gokcan Aydogan und Birtan Eren Tonbul

29.11.2017 | 20 Uhr | AJZ Bielefeld

Die Veranstaltung findet in türkischer und deutscher Sprache statt. Bei Bedarf wird es eine englische Übersetzung geben.
Ein Ende der finsteren Zeiten in der Türkei ist nicht abzusehen: Die kurdische Frage, die Außenpolitik im mittleren Osten, Imperialismus, Wirtschaftskrise bei gleichzeitiger Hoffnung auf einen Wirtschaftsboom, sunnitische Islamisierung, usw… Viele Fragen und Themen, die miteinander verquickt sind, machen es schwer einen klaren Gedanken zu fassen und in der Auseinandersetzung politisch Position zu beziehen. Gerade in solchen politisch turbulenten Zeiten müssen wir uns auf die Frage konzentrieren, was Erdogan und seine AKP vorhaben: den Aufbau eines neoliberalen autoritären Regimes.
Ungeachtet der komplexen politischen Lage und der Tatsache, dass der türkische Staat zur Zeit den Druck auf politische Gegner erhöht, wird es bei der Veranstaltung auch um die Möglichkeit der Entwicklung sozialer Kämpfe und ihrer inneren Dynamiken in der Türkei, um Praktiken der ‚Linken‘ und die Erfahrungen lokaler sozialer Kämpfe als Reaktion gegen das autoritäre staatliche System gehen.

Gökcan Aydogan ist Redakteur und Herausgeber für den mittleren Osten bei der in Köln ansässigen journalistischen Plattform theregion.org. Birtan Eren Tonbul ist politischer Aktivist und Mitglied der HDP-Jugendverbandes.
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Türkiye‘nin siyasal gündemi açısından „en uzun yılları“ devam etmektedir: Kürt Sorunu, Orta Doğu siyaseti, emperyalizm, ekonomik krizin akabinde büyük ekonomik patlama beklentileri, Sünni islamlaşma vb. Birbiri ile bağlantılı şekilde bir çok sorun ve problem; doğru politik tavır alma noktasında sol siyaset açısından işleri zorlaştırmaktadır. Ancak, bütün bu siyasi çalkantı içerisinde tam olarak da AKP ve Erdoğan‘ın ne yapmaya çalıştığına odaklanmamız gerekmektedir: neoliberal otoriter yapının inşası.
Bütün bu iç içe geçmiş siyasi gündeme rağmen, devlet su anda sistematik olarak tüm muhalifler üzerindeki baskıyı artırırken; Türkiye‘de toplumsal mücadelenin arayışları, olasıkları ve iç dinamiklerinin gelişimi, ’sol‘un deneyimleri, otoriter devlet sistemine karşı bir yansıma olarak yerel mücadele deneyimleri program boyunca tartışılacaktır.

Gökcan Aydoğan, Köln üzerinden yayın yapan theregion.org‘un Orta Doğu editörü olarak çalışmaktadır. Birtan Eren Tonbul, Politik Aktivist, HDP Gençlik Meclisleri üyesi.
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The lecture will be held in Turkish and German. English translation is available!

Turkey’s „longest years“ continue: Kurdish Question, Middle East politics, imperialism, economical crisis next to huge economic „boom“ expectations, Sunni islamification, and so on. A lot of questions and issues interpenetrating each other, messing up with our minds and giving us hard time to take a proper political position. But, in all this political turbulance we need to focus what exactly Erdogan and AKP trying to do: construction of neoliberal authoritativeness.
Despite all this nested political agenda, while the state is currently turning up pressure over all opponents part; the possibilities of developing social struggle in Turkey and its internal dynamics, the practices of ‚left'‘, the local struggle experiences as a reflection against the authoritarian state system will be emphasized during the lecture.

Gokcan Aydogan, working as Middle East editor for theregion.org which is based in Cologne. Birtan Eren Tonbul, political activist, member of HDP‘ Youth Assembly

[mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld]