Polizeigewalt

Vortrag 26.09.19 19.00 Kulturhaus Bielefeld (Werner-Bock-Str. 34c)

Gewaltvolle Auseinandersetzungen zwischen Bürger*innen und Polizeibeamt*innen sind komplexe Situationen. Während „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ im Anschluss häufig angezeigt wird, kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Fälle rechtswidriger olizeilicher Gewaltanwendung im Dunkelfeld verbleibt. In unserem Vortrag wollen wir uns diesem Umstand aus zwei Perspektiven nähern: Zunächst soll es um den „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ ehen, der in den §§ 113 ff. StGB (Strafgesetzbuch) geregelt ist. Dabei etrachten wir Hintergrund und Entstehungsgeschichte der Normen sowie die jüngste Reform, bei der das Strafmaß angehoben und der „tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ gesondert unter Strafe gestellt wurde. Ergänzend dazu werden aus empirischer Perspektive erste Ergebnisse aus dem derzeit an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführten Forschungsprojekt zu Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen vorgestellt.
Im Anschluss soll Raum für Fragen und Diskussion sein. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Johannes Busch und Hannah Espín Grau sind wissenschaftliche Mitarbeiter*innen am Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universtät Bochum
(mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld + EA Bielefeld)

Hamburger Gitter

Film 06.09.2019 19.00 AJZ Bielefeld (Heeper Str. 132)

Im Rahmen der Kampagne „Repression durchbrechen“ wird der Film Hamburger Gitter im AJZ Kino gezeigt.

Der G20-Gipfel als „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“

170 Ermittler*innen arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstrant*innen und Menschen, die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurück zu gewinnen.

Die Dokumentation konzentriert sich auf den Umgang mit den Protesten und die staatliche Sicherheitspolitik. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Pressefreiheit spielen in den Betrachtungen eine ebenso große Rolle wie die Veränderung der polizeilichen Strategien. Konnten während der Proteste Grundrechte au?er Kraft gesetzt werden? Gibt es in der Judikative und Legislative Akteur*innen und überzeugungen, welche auf gewaltsame Proteste anders reagieren als in der Vergangenheit? Welche Methoden der „Ausnahmesituation G20″ in Hamburg könnten zur Normalität werden?

Dem sind die Filmemacher*innen nachgegangen, indem sie die relevanten Geschehnisse nachzeichneten, mit Betroffenen auf beiden Seiten sprachen und Experten zu Protestgeschichte, Grundrechten, Sicherheitspolitik und der politischen Gesamtsituation befragten.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über eine Spende für die Antirepressionskampagne!

in Kooperation mit dem FemRef der Uni Bielefeld

Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Vortrag 03.12.2018, 19 Uhr, AJZ Bielefeld (Heeperstr. 132)

Häftlingsbordelle sind ein in der Geschichte der Konzentrationslager bislang wenig beachtetes Phänomen. Die weiblichen Häftlinge, die Sex-Zwangsarbeit leisten mussten, schwiegen nach 1945 ebenso über ihre Erfahrungen wie die Bordellbesucher – männliche, vor allem deutsche Häftlinge, denen die SS den Bordellbesuch im Rahmen eines Prämiensystems ermöglichte. In den Jahren 1942-1945 mussten Frauen in insgesamt 10 Konzentrationslagern Sex-Zwangsarbeit leisten, die Mehrzahl von ihnen wurde im Frauen-KZ Ravensbrück rekrutiert. Die Projektgruppe Ravensbrück aus Bielefeld wird Einblick in dieses wenig bearbeitete und kaum beachtete Thema geben und über die Schwierigkeiten der Auseinandersetzung damit berichten. Außerdem wird es ausreichend Raum für Fragen und Diskussionen geben.

Veranstaltung im Rahmen der Aktionstage gesellschaft_macht_geschlecht 2018 – für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung des AStA der Uni Bielefeld

Zur Zensur von Indymedia linksunten

Vortrag 08.05.2018 19.00 Uhr AJZ Bielefeld
Im August 2017 wurde Indymedia linksunten vom Bundesinnenministerium verboten. Um das Presserecht auszuhebeln, nutzte das Innenministerium das Vereinsrecht. Kurzerhand erklärten sie einige ihnen bekannte Freiburger Autonome zu Mitgliedern eines Vereins „Indymedia linksunten” und das Autonome Zentrum KTS Freiburg zum „Vereinsheim“. Das bei den Durchsuchungen aufgefundene Geld wurde als „Vereinsvermögen“ deklariert und beschlagnahmt. Einschließlich der beschlagnahmten Technik beläuft sich der materielle Schaden auf etwa 80.000 Euro. Eigentlich müsste anhand des Beispiels Indymedia linksunten über die Bedeutung linksradikaler Medien diskutiert werden. Über gezielte Verfassungsschutzhetze im Vorfeld des Verbots und über den Fallout des G20-Gipfels in Hamburg. Über den Aufstieg der rechtsradikalen AfD und einen deutschen Wahlkampf im Herbst 2017. Stattdessen wird der Fall als Folge eines Verwaltungsakts des Bundesinnenministeriums vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. Wir berichten von den Razzien und vom juristischen Vorgehen gegen Verbot und Zensur. Von der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiesten, von Denunziation und Verrat. Außerdem werfen wir einen historischen Blick auf die Repression gegen die Zeitschrift radikal, denn Indymedia ist nicht das erste Beispiel von Zensur gegen linksradikale Medien in der jüngeren Vergangenheit. Und wir wollen mit einem Rückblick auf das Projekt linksunten über Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen linksradikaler Medienarbeit diskutieren.

(mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld + EA Bielefeld)

Vera Dehle-Thälmann – Eine besondere Familiengeschichte

Vortrag 09.03.2018 20.00 Uhr AJZ Bielefeld

Vera Dehle-Thälmann, seit 2010 Sprecherin der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis, erzählt von ihrer Familiengeschichte. Die Thälmanns wurden aus politischen Gründen verfolgt; 4 nahe Angehörige waren inhaftiert: die Großmutter Rosa Thälmann und ihre Mutter u.a. im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, der Vater im Zuchthaus Brandenburg. Der Großvater Ernst Thälmann/Vorsitzender der KPD, wurde im KZ Buchenwald ermordet. Vera Dehle-Thälmann wird über ihren Umgang mit diesem politischen Erbe ihrer Familie sprechen und schildern welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat.

[mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld]