Ausbeutung und Zerstörung als never ending story

Vortrag und Diskussion
AJZ Bielefeld 03.05.2017 19.00 Uhr

Zu den strukturellen Hintergründen von Flucht und Migration aus Afrika

Spätestens seit Geflüchtete und Migrant_innen im langen Sommer der Migration(2015) das europäische Grenzregime vorübergehend aus den Angeln ehoben haben, ist seitens der EU-Regierungen viel von „Fluchtursachen“ die Rede. Diese müssten „bekämpft“ werden, denn nur so seien die Probleme wirklich an der Wurzel zu fassen. Das klingt vernünftig, ist aber aus dem Munde der offiziellen Politik grotesk, bisweilen auch heuchlerisch. Denn die EU präsentiert sich erne als Feuerwehr, wo sie doch selbst allzu häufig als Brandstifterin agiert – gerade in zahlreichen Ländern Afrikas. Die Menschen kommen nicht aus Abenteuerlust, sondern weil ihre Existenzgrundlagen zerstört werden – ob durch Ressourcenkonflikte, Landgrabbing, ungleiche Handelsbeziehungen oder verschuldungsbedingte IWF-Strukturanpassungsprogramme. All dies ist Ergebnis politisch-ökonomischer Macht- und Dominanzverhältnisse, in denen Europa seit kolonialen Zeiten am Drücker sitzt, nicht selten im Wechselspiel mit korrupten, machtversessenen und undemokratischen Eliten im Süden des Globus. Dies und Anderes soll in der Veranstaltung thematisiert werden – einschließlich der Frage, wie wir von Europa aus mitsozialen Bewegungen in Afrika praktisch zusammen arbeiten können.

Olaf Bernau (No Lager Bremen) ist in dem transnationalen Netzwerk „Afrique-Europe-Interact“ aktiv.

Eine Veranstaltung mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld


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