Archiv der Kategorie 'akzent_in Termine'

Fluchthilfe / „Schlepperei“: Diskurse, Strafprozess, Folgen

Vortrag 04.10.2015 18.00 Uhr AJZ-Kino

Das europäische Grenzregime arbeitet mit immer drastischeren Mitteln an Ausschlussmechanismen, um die so genannte „illegale Einreise“ zu verhindern. Aber was ist die Folge, wenn es für weite Teile der Weltbevölkerung kaum legale Möglichkeiten der Einreise in die EU gibt?

Dann wird eine Dienstleistung produziert, die diese Einreise ermöglicht. Dann entsteht ein Markt, um diese hoch technologisierten und militarisierten Grenzen zu durchkreuzen, zu übertreten und zu unterlaufen. An diesem Abend wird der Diskurs zu Fluchthilfe und „Schlepperei“ aus der Perspektive der Produktion von Illegalität untersucht, aktuelle Strafprozesse erläutert und Initiativen vorgestellt, die kritisch zu diesem Thema arbeiten.

Die Referentin Carla Küffner promoviert zum Thema „Verhandlungen über Abschiebungen“ und ist Mitglied von Borderline-Europe, menschenrechte ohne Grenzen e.V. www.borderline-europe.de

Rassistische Agitation gegen Geflüchtete

Vortrag 11.12.2014 20:00 Uhr AJZ-Kino

Mit Referent_innen von apabiz e.V. – Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin.

»Nein zum Heim« schallte es am 16. November 2013 immer wieder über den Marktplatz der Kleinstadt Schneeberg in Sachsen. Etwa 2000 Menschen hatten sich versammelt, um gegen eine im Ort geplante Unterkunft für Geflüchtete zu demonstrieren. Organisiert worden war die Demonstration von einem örtlichen NPD-Kader. Doch die meisten der Anwesenden waren keine Nazis, sondern bisher unauffällige Bürger_innen, die hier ihren rassistischen Ressentiments Luft machten. Dies ist nur ein Ausdruck für eine gesamtgesellschaftlich weit verbreitete rassistischen Stimmung, die sich im letzten Jahr an vielen Orten entlud, an denen Geflüchtete und Asylsuchende untergebracht werden sollten.

Die Veranstaltung widmet sich aber nicht nur den offen rassistischen Agitationen neonazistischer und extrem rechter Akteur_innen und den zahlreichen Angriffen auf Unterkünfte für Geflüchtete, sondern fragt auch nach der Verantwortung medialer Berichterstattung und etablierter Politiker_innen, die durch rassistische und nationalistische Thesen die Stimmung weiter anheizen.

in Kooperation mit dem Antifa-Referat der FH Bielefeld

Lagerbordelle Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

10.09.2014 20. Uhr AJZ Bielefeld

Ab 1942 richtete die SS in den meisten großen Konzentrationslagern neben Bordellen für die SS-Wachmannschaften auch Häftlingsbordelle ein. Die Bordelle waren Teil eines “Prämiensystems” für männliche Häftlinge zur Steigerung der Leistungen in der Zwangsarbeit. Nach einem Film zum Thema, in dem u.a. Überlebende über die Lagerbordelle berichten, wird die Projektgruppe Ravensbrück aus Bielefeld in einem kurzen Referat Einblick in dieses wenig bearbeitete
und kaum beachtete Thema geben und über die Schwierigkeiten der Auseinandersetzung damit berichten. Außerdem wird es ausreichend Raum für Fragen und Diskussionen geben.

in Kooperation mit dem FemRef (femref.blogsport.de)

Erinnern an Ravensbrück

Vortrag und Film „Erinnern an Ravensbrück“

16.04.2014 20 Uhr AJZ Bielefeld

Ab 1939 ließ die SS nahe dem Ort Fürstenberg, nördlich von Berlin, das Frauen- Konzentrationslager Ravensbrück errichten. Zwischen 1939 und 1945 waren etwas 133.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer in Ravensbrück und dem Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen Uckermark inhaftiert. Nach dem Film „Erinnern an Ravensbrück – Überlebende des Frauen-Konzentrationslagers berichten“ von Loretta Walz (BRD 1995, 35 Minnuten), in dem Zeitzeug*innen zu Wort kommen, wird es von der Projektgruppe Ravensbrück einen Vortrag über die Geschichte des Frauen-KZ Ravensbrück geben.

Die Projektgruppe Ravensbrück Bielefeld beschäftigt sich seit vielen Jahren aus feministischer Perspektive mit dem einzigen expliziten Frauen-KZ.

In Kooperation mit dem FemRef/Uni Bielefeld

Recht auf Abtreibung international

„Abortion Democracy – Poland/South Africa“
Film und Vortrag von Sarah Diehl
30. März 2014 | 18 Uhr | Bürger*innenwache am Siegfriedplatz

In den meisten Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch illegal oder aufgrund seiner Stigmatisierung nicht zugänglich. Weltweit sterben etwa 48.000 Frauen aufgrund dieser Illegalisierung, etwa 5 Mio. tragen schwerwiegende Gesundheitsschäden davon. Weltweit versuchen Konservative mit der Fokussierung auf die Rechte des Embryos die Lebens-realität und die Bedürfnisse von Frauen unsichtbar zu machen. Diesen Themenkomplex werden wir anhand des Films Abortion Democracy – Poland South Africa zeigen.
Warum ist der Zugang zu einer illegalen Abtreibung in Polen leichter als zu einer legalen Abtreibung in Südafrika? Der Film vergleicht die politischen, legislativen und gesellschaftlichen Entwicklungen bezüglich des Schwangerschaftsabbruchs in den Ländern Polen und Südafrika. Die anschließende Diskussion gibt einen Überblick über die Gesetzte und Bewegungen, die Frauen davon abhalten ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Sarah Diehl ist Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin und arbeitet seit acht Jahren zu reproduktiven Rechten von Frauen weltweit.
Die Veranstaltung findet zeitgleich zu dem „Christlichen Gesundheitskongress“ in der Bielefelder Stadthalle statt. Dort treffen und vernetzen sich auch zahlreiche Gruppen und
Personen der fundamentalistischen deutschsprachigen sogenannten Lebensschutz-Szene, um ihre frauen – und selbsbestimmungsfeindliche Propaganda zu verbreiten.